Traditionelle Chinesische Medizin - Diagnose

Diagnose in der TCM

Nach einer eingehenden Diagnose durch Befragen, Anamnese genannt, durch Betrachtung, durch Betasten, der Zungendiagnose und der Pulsdiagnose erwirbt sich der TCM-Therapeut ein möglichst genaues Bild der Körperfunktionen und den subjektiven Beschwerden des Patienten/ der Patientin.

Anamnese

Bei der Anamnese werden aktuelle, sowie vergangene Beschwerden nachgefragt. Essverhalten, Verdauung, Vorlieben oder Abneigungen gegenüber Geschmäckern sind wichtige Kriterien zur Diagnoseerstellung. Auf die Gemütsverfassung wird ebenso eingegangen wie auf die Feststellung ob Wärme oder Kälte lindert oder bessert, ob eine Vorliebe für warme oder kalte Getränke besteht und ob der Patient/ die Patientin ein subjektives Hitze- oder Kältegefühl hat.

Diagnose durch Betrachtung

Wie ist die Hautfarbe? – blass,rot oder dunkel
Wirkt der Patient/ die Patientin müde oder überaktiv?
Wie ist die Farbe der Lippen? – blass oder bläulich?
Hat er ein rotes oder blasses Gesicht?
Wirkt er nervös oder ausgeglichen?

Diagnose durch Betasten

Zusätzlich wird eine Diagnostik durch Betasten durchgeführt.

Der Therapeut tastet entlang der Leitbahnen, erspürt Verhärtungen und Schmerzstellen.

Ebenfalls wird der Bauchraum abgetastet und nachgespürt welche Bauchareale sich weich oder angespannt anfühlen. Das gibt Hinweise auf eine Fülle oder Leere bestimmter Organfunkionen.

Mit dem Betasten nimmt der Therapeut auch gleichzeitig die Temperatur der Haut des Patienten war, was ihm Hinweise auf eine vorhandene Hitze oder Kälte gibt.

Zungendiagnose

Die Zungendiagnose gehört zu den wichtigsten Diagnoseverfahren in der TCM. Bei einer entstehenden Krankheit verändert sich die Zunge innerhalb weniger Stunden und zeigt dem Therapeuten ein Ungleichgewicht im Körper an.

Das Aussehen der Zunge, ihre Form, ihre Farbe, ihr Belag und möglicherweise Feuchtigkeit oder Trockenheit geben Hinweise auf ein bestehendes Ungleichgewicht von Yin und Yang im Körper. Bei guter gesundheitlicher Verfassung ist die Zunge rosafarben, etwas feucht mit einem weißen dünnen Belag.

Die Zunge ist in der Traditioellen Chinesischen Medizin in verschiedene Bereiche unterteilt. Diese  zeigen uns, in welchem Funktionskreis und in welchen entsprechenden Organen die Disharmonie am stärksten ausgeprägt ist.

Pulsdiagnose



Mit der Pulsdiagnose kann man den Zustand jedes einzelnen Funktionskreises erkennen und interpretieren.

Damit der Zustand jedes einzelnen Funktionskreises erfasst werden kann, muss der Radialispuls in sechs unterschiedlichen Positionen gefühlt werden. Dazu werden an jedem Handgelenk drei Positionen mit unterschiedlichem Druck ertastet und bewertet.

z.B. “schneller” Puls: ein Zeichen für innere Hitze

“leerer” Puls (der nicht gut fühlbar ist): Qi und/oder Blutmangel